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Mit der Lizenz zum Rempeln
MG Rover bläst zum Überlebenskampf im Großstadt-Dschungel
Neuss. Die Zulassungszahlen beweisen es: Immer mehr Autokäufer entscheiden sich für einen Geländewagen - oder zumindest ein Fahrzeug, dass der Optik eines Offroaders nahe kommt. Ob es das subjektive Sicherheitsempfinden ist, das die Kaufentscheidung beeinflusst? Oder das Gefühl von Abenteuer und Freiheit, das ein Jeep vermittelt? Wie dem auch sei, die britische Traditionsmarke MG Rover beweist mit dem neuen Rover Streetwise Mut zur Lücke.
Auf Basis des Kleinwagens Rover 25 entstand in Longbridge/Birmingham eine ungewöhnliche Fahrzeuggattung. Für den harten Einsatz im täglichen Stadtleben braucht man ein robustes Auto, das auch mal Rempler verzeiht. Der vor allem im Innenraum stark zum Rover 25 überarbeitete “Streetwise“ zeichnet sich durch eine kräftige, geländewagenartige Optik aus. DasGeländewagen-Gefühl wird durch eine erhöhte Sitzposition verstärkt. Doch eigentlich hören die traditionsbewussten Engländer nicht so gerne, wenn man ihr jüngstes Kind einen Geländewagen schimpft. Vielmehr reden die Marketingköpfe von einen urbanen On-Roader. “Aha“, scheint der Deutsch-Purist zu denken, “wieder ein englisches Fremdwort.“ Wie dem auch sei, mit dem Streetwise sollte man tatsächlich nur auf der Straße bleiben. Denn hier, “on the road“, gehört er auch hin. Aus Kostengründen wird auf einen Allradantrieb beim kleinen Rover verzichtet. Dafür verfügt der im Vergleich zum Rover 25 um 7,5 Zentimeter höhergelegte Streetwise um 16,1 Zentimeter Bodenfreiheit - mehr als genug, um höheren Borsteinkanten den Schrecken beim Einparken zu nehmen.
Ab 15 995 Euro ist der kleine Flitzer zu haben. Wahlweise als 1.4 Liter, 103-PS-Benziner, 1.6 Liter 109-PS-Benziner oder 2.0 Liter, 101-PS-Turbodiesel. Serienmäßig verfügen alle Versionen über eine Dachreling, die bis zu 65 Kilogramm tragen kann. Das ist mehr als genug für den Ski- oder Mountainbike-Ausflug. Die rundum an Kotflügeln, Front- und Heckpartie angebrachten Plastikteile sorgen nicht nur für eine bullige Optik sie schützen auch vor kleineren Parkremplern im Großstadtdschungel.
Die Rücksitzbank des Basisfahrzeuges war für drei Personen ausgelegt der Streetwise hat auf konturierten Einzelsitzen nur noch Platz für zwei Personen, die sich aber um einiges wohler fühlen. Grund hierfür sind unter anderem die liebevoll ausgewählten Stoff- oder Teilledermaterialien sowie die mittige Konsole mit zwei Ablagemöglichkeiten. Fahrer und Beifahrer nehmen in straffen aber bequemen Sportsitzen Platz. Alu-Optik täuscht über das in die Jahre gekommene, aber nicht langweilig wirkende Rover 25-Armaturenbrett hinweg. Der Fahrersitz ist serienmäßig höhenverstellbar. Parksensoren am Heck, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, elektrische Fensterheber vorne, Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung sowie ein Glasschiebedach gehören zur Serienausstattung der Basisversion.
Fazit: Mutig kommt der Streetwise daher. Die forsche Optik erinnert an einen edlen Ritter mit schützender Rüstung. Während der Dieselmotor bereits bei niedrigen Drehzahlen einen ordentlichen „Bumms“ hat, verlangt der kleine Benziner nach einer forscheren Gangart – verbunden mit einem höheren Verbrauch.
Alexander Stärk
November 2003
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