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Hochdach-Focus mit reichlich Platz für die ganze Familie
Für die einen ist er längst überfällig, für die anderen kommt er zu spät. Seit im Jahre 1997 Renault mit dem Mégane Scénic die Klasse der Kompaktvans auftat, warteten Kunden deutscher Automobile mit Ausnahme des Opel Zafira vergeblich auf ein solches Familienfahrzeug. Vor einigen Wochen brachte VW den Touran auf Basis des neuen Golf auf den Markt. Im Oktober folgt Ford mit dem Focus C-Max.
Dem Designer-Team um Chris Bird muss man ein Lob aussprechen: Der C-Max wirkt relativ spritzig für seine geräumigen Außenmaße. 4,33 Meter ist der C-Max lang und 1,85 Meter breit. Der Fünfsitzer bietet einen geräumigen Kofferraum von 460 bis zu 1620 Litern Ladevolumen. Der C-Max verzichtet bewusst auf eine dritte Sitzreihe für weitere Passagiere. “Der Wunsch nach Platz für eine sechste und siebte Person steht bei deutschen Kunden erst an fünfter Stelle”, sagt Fords Marketing-Direktor Jürgen Stackmann. Mit einem Innenraumangebot entsprechend der oberen Mittelklasse zu einem Preis eines Kompaktwagens tritt Ford in den Kampf um die Gunst der Kunden:Ab 17 995 Euro ist der C-Max in der Basisversion mit 1,8 Liter Beniziner zu haben. Für den Verkaufsstart stehen drei Motorisierungen in den Startlöchern: Ein 1,8 Liter 16V Ottomotor mit 88 kW/120 PS und zwei Dieselmotoren mit 1,6 Litern und 80 kW/109 PS sowie 2,0 Litern und 100 kW/136 PS. Bislang erreicht nur der Benziner die Euro 4-Norm doch sollen auch die Dieselmotoren zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Partikelfilter ausgerüstet die Euro 4-Norm erreichen.
In nur drei Jahren Entwicklungszeit ist der C-Max entstanden. Entwicklungsdirektor Gunnar Herrmann legte dabei größten Wert auf den Komfort: “Die Insassen sollen sich wohlfühlen. Und der Fahrspaß muss auch gegeben sein.” Und wenn man den C-Max fährt, wird schnell klar: Das ist keine herkömmliche Familienkutsche, die bloß zum Transport von Kind und Kegel in den Urlaub dient. Flitzt man mit dem C-Max durch Kurven kommt sogar Fahrspaß auf. Das Fahrwerk ist weder zu weich noch zu straff abgestimmt die Mischung stimmt. Die elektrohydraulische Lenkung gibt die Lenkbefehle des Fahrers direkt an die Antriebsräder weiter. Und sollte man zu forsch unterwegs sein, greift das Fahrstabilitätsprogramm ESP (Serie) behutsam ein. Und dies geschieht glücklicherweise nicht gleich beim Herausbeschleunigen aus einer Kurve, wo mancher Konkurrent sofort per ESP den Fahrspaß raubt.
Apropos Fahrspaß: Trotz 120 PS wirkt der C-Max mit dem Ottomotor ziemlich schwach auf der Brust. Sparsamer und dennoch spritziger ist da der neue 2,0 Liter Commonrail-Diesel, ein Produkt der Partnerschaft mit dem PSA-Konzern.
Was den C-Max auszeichnet ist das kompakte Pkw-Feeling und die tolle Rundumsicht. Vor allem ältere Käufer werden sicherlich die zum Focus um 80 Millimeter erhöhte Sitzposition zu schätzen wissen: Das subjektive Sicherheitsempfinden ist enorm. Toll sind auch Optik und Haptik des Innenraums: Die verwendeten Materialien wirken sehr edel und fühlen sich dank des im so genannten weichen Slushmoulding-Verfahren geschäumten Armaturenbrett hochwertig an. Unpraktisch ist aber das oberhalb des Fensters der Fahrertür angebrachte Brillenetui.
Fazit: Der Ford C-Max besticht durch seine inneren Werte. Die Beinfreiheit auf den hinteren Sitzen ist sagenhaft. Das pfiffige Design könnte auch bisherige Van-Muffel überzeugen.
Alexander Stärk
Juli 2003
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