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Frischer Frühlingswind rauscht mit
dem Z 4 aus Bayern heran
Heißer Start in das Frühjahr: die kommende Freiluft- Saison beginnt mit frischem Wind aus Bayern. Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn schickt BMW seinen neuen Roadster Z 4 auf die Straßen.
Das Design stammt wie der aktuelle Siebener von Chris Bangle. Genau wie bei der Oberklasse lösen sich Kanten und Rundungen ständig ab – nur wirken sie beim Roadster naturgemäß sportlich-aggressiver. Doch wer glaubt, mit dem Z4 einen auffälligen Krawallo-Flitzer zu bekommen, der täuscht sich: Der offene Zweisitzer steht einem gesetzten Anzugträger genauso gut wie der 20-jährigen Tochter, die mit dem Z 4 eine Spritztour zum Strand macht. Obschon das Vorgängermodell Z 3 mit 300 000 verkauften Einheiten (20 000 davon als Coupé) ein großer Erfolg war, haben die Münchener Konstrukteure ein völlig anderes Auto gebaut: „Wir wollten eine ganz neue Verkörperung eines offenen Zweisitzers bei BMW erreichen“, sagt BMW-Vorstand Ernst Baumann. Und mit dem Z 3 hat der neue, in Spartanburg/South Carolina hergestellte Roadster außer seinem Konzept (langer Radstand, lange Motorhaube, kurzes Heck, breite Spur und tiefe Sitzposition) nicht mehr viel gemein: In Sachen Motorisierung bauen die Münchener ausschließlich 6-Zylinder Motoren ein. Der Zweisitzer ist in der Länge und in der Breite gewachsen. Somit wirkt der Z 4 erwachsener als sein Vorgänger. – doch im Gewicht schlägt sich das nicht nieder: Mit 1290 Kilogramm ist der Z 4 mit der Dreiliter – Maschine 25 Kilogramm leichter als der Z3. Die Gewichtsverteilung ist mit 50, 3 Prozent (Vorderachse) und 49, 7 Prozent (Hinterachse) sehr ausgeglichen. Und dies kommt trotz der Vielzahl an Elektronik direkt dem Fahrspaß zugute.
Es ist eine wahre Freude, den Z 4 über kurvige Landstraßen zu jagen. Kommen dann noch ein paar Hügel dazu, schlägt das Roadsterherz einige Takte schneller. Richtig satt liegt der Zweisitzer auf der Straße – ohne dass er dabei jede Unebenheit schonungslos an die Insassen weitergibt. Die Gänge des serienmäßigen 6-Gang-Getriebes lassen sich spielend leicht einlegen. Wer mag, kann sich ein sequentielles SMG-Getriebe samt Schaltwippe à la Formel 1 ordern. Die elektrische Servolenkung (bisher hydraulisch) ist eine Neuentwicklung und gibt die Lenkbefehle direkt weiter – begünstigt durch das griffige und kleine Sportlenkrad. Im Falle einer Reifenpanne braucht man sich nicht die Finger schmutzig zu machen: Runflat-Technologie ist serienmäßig und garantiert 150 Kilometer Weiterfahrt trotz Plattfuss. Das Verdeck öffnet und schließt elektrisch innerhalb von zehn Sekunden. Der Kofferraum ist mit 260 Litern relativ großzügig bemessen: zwei Golftaschen passen problemlos rein. Vier Jahre Entwicklungszeit hat BMW in den neuen Z 4 gesteckt. Die 2, 5 Litermaschine leistet 192 PS (141 kW) und verfügt über ein maximales Drehmoment von 245 Nm bei 3500 Umdrehungen pro Minute. Die 3,0 Liter-Maschine leistet 231 PS (170kW) mit einem Drehmoment 300 Nm bei 3500 Umdrehungen pro Minute. Der Eintrittspreis in den Roadsterspaß beginnt bei 32 500 Euro für den kleinen Sechszylinder. Mit 38 500 Euro ist die Dreiliter-Motorisierung rund 3600 Euro teurer als im Vorgängermodell.
Fazit: Der Roadster mit Niere im Kühlergrill ist kein billiges Vergnügen. Wer jedoch ein solches Premiumfahrzeug sein Eigen nennt, der achtet nicht so sehr auf den Preis. Käufer dieser Fahrzeugklasse könnten sich jedoch an der Haptik der Armaturentafel stören: Sie fühlt sich nicht gerade hochwertig an. Einzigartig ist jedoch das Fahrerlebnis: Herrlich, wie der Sechszylinder bei der Gaswegnahme vor sich hinbrabbelt, um dann beim Tritt auf die Tube wieder Kraft zu zeigen.
Alexander Stärk
Oktober 2003
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