i30

Hyundai greift mit dem i30 die etablierten Golfs & Co. an

Kompakter Koreaner überzeugt vor allem mit inneren Werten

Neckarsulm. „Wow, vor fünf Jahren hätte ich das nicht für möglich gehalten!“, denke ich beim Einstieg in Hyundais neues Kompaktfahrzeug i30. Bis vor Kurzem galt der koreanische Automobilhersteller an Stammtischen noch als Billigheimer mit dem Charme einer Plastikwüste im Innenraum. Doch dies hat sich spätestens mit dem Start der neuen Kompaktklasse geändert: Konkave und konvexe Rundungen finden sich nicht nur außen, sondern auch innen wieder. Das Armaturenbrett wölbt sich von Fahrer und Beifahrer weg, um in die Mittelkonsole nach vorne zu drücken. Dies verschafft ein großartiges Raumgefühl.

Die optischen Eindrücke versprechen nicht zu viel: Die im Innenraum verwendeten Materialien fühlen sich hochwertig an – keine Spur mehr von hohl klingendem Plastik. Neben dem Wechsel zwischen glatten und angerauten Oberflächen verleihen Blenden in Aluminiumoptik dem jüngsten Spross Hyundais einen Hauch von Sportlichkeit im Alltag. Alle Bedienelemente liegen in Griffnähe und können intuitiv betätigt werden. Das Cockpit macht einen aufgeräumten Eindruck. Tachometer, Drehzahlmesser & Co. sind sehr gut ablesbar. Die blaue Beleuchtung ist zwar nichts Neues mehr – bei Nachtfahrten erfreuen sich jedoch die Augen, die weniger schnell ermüden. Einziger Nachteil: Der Kilometerzähler ist im Tageslicht nicht blendfrei abzulesen.

Dass der i30 so vertraut erscheint, liegt vielleicht daran, dass einem die Designelemente bekannt vorkommen: Das Heck erinnert durch die Kanten in der Heckklappe an den 1er BMW. Und die Front hat dank der mandeläugigen Scheinwerfer, der Chromleiste mit Firmenlogo und der Lufteinlässe unterhalb des Kennzeichens starke Anleihen an den Opel Astra. Dies alles ist keine Hexerei: „Der i30 ist unser erstes Fahrzeug, das vollständig im Entwicklungszentrum Rüsselsheim für den europäischen Markt konzipiert wurde“, sagt Hyundai Deutschland Chef Karl-Heinz Engels.

Der i30 wird zunächst als Fünftürer am 7. September auf den Markt kommen. Eine Kombivariante unter dem Namen „i30 CW“ („Cross Wagon“) ist laut Produktmanager Karsten Dornheim bereits beschlossene Sache. An einem Cabrio ist Hyundai Deutschland sehr interessiert: „Dafür machen wir bereits Druck beim koreanischen Mutterkonzern“, so Karl-Heinz Engels.

Erste Fahrtests hinterlassen einen durchweg positiven Eindruck: Vor allem die kleine Dieselmotorisierung (1.6 CRDi mit 116 PS/85kW) ist mit 255 Nm ab 1.900 Umdrehungen/Minute äußerst durchzugsstark. Zum Marktstart stehen neben dem 1.6 CRDi noch zwei Benziner (1.4 und 1.6) zur Verfügung. Ein 2 Liter Diesel soll noch vor Jahresfrist lieferbar sein.

Der i30 wird ab 14.990 Euro in der Basisversion angeboten. Hierzu gehören ESP, Bremsassistent, aktive Kopfstützen vorn, Klimaanlage, CD-Radio und ein USB-Anschluss für MP3-Player, iPod, … zur Serienausstattung.

Fazit: Mit dem i30 prescht Hyundai auf den heiß umkämpften Markt der Kompaktklasse. Ob es den Koreanern gelingt, Platzhirschen wie Golf, Astra & Co. das Leben schwer zu machen, muss sich noch zeigen.

Die umfangreiche Serienausstattung verbunden mit einer hohen Qualitätsanmutung ist allerdings eine heiße Kampfansage. Der i30 ist in dieser Hinsicht innovativ. Greift der Kunde zu, dann kann man das Konzept auch als intelligent bezeichnen – so wie es sich die Marketingstrategen mit der Namensgebung wünschen.

Juli 2007

Alexander Stärk

 

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