A4 Cabrio

Den Wackel-Elvis hat dieses
Hingucker-Auto nicht nötig

 „Ain´t got no cigarettes, I mean, King of the Road“, klingt es sanft aus den Bose-Lautsprechern. Und man kommt sich in der Tat wie der König der Straße vor, wenn man im neuen Cabriolet der Ingolstädter Autoschmiede Audi dahingleitet: Schlicht und ergreifend A4 Cabriolet heißt das offene Fahrvergnügen, das in seiner Zweitauflage seit Mai 2002 erhältlich ist.

Elvis hat mit Sicherheit nichts damit zu tun, dass der Wagen so klassisch wirkt. Wie auch? Den Wackel-Elvis kann man getrost vergessen, denn das Edel-Cabrio ist ein Hingucker schlechthin. Doch allzu gewagt sind die Bayern nicht an das Nachfolgemodell herangegangen: Die Gürtellinie ist gewohnt hoch geblieben, die Keilform dezent – Front-, wie Heckpartie entstammen weitestgehend der Limousine.

Klare Linien vermitteln Dynamik

Erkennungsmerkmal des offenen Audi ist die Aluminiumeinfassung der Windschutzscheibe. Es gibt nur wenige, aber dafür klare Linien, die Dynamik ebenso vermitteln wie Eleganz. Die Frontpartie überzeugt mit drei keck nach vorne lugenden „Taschenlampen“, die sich hinter Streuglas verbergen. 4,57 Meter lang und 1,77 Meter breit ist sie, die laut Produktmarketing-Chef Jürgen Klaschka „emotionale Speersitze einer sportlichen Baureihe“. Emotionen weckt der offene Viersitzer auch durch die doppelten und verchromten Auspuffrohre auf beiden Seiten des Hecks.

Mindestens genauso wichtig für den Cabrio-Enthusiasten ist neben der offenen Schönheit die geschlossene Sicherheit: Zugige Cabrioverdecke oder gar Wasserdurchlässigkeit verderben den Spaß an der offenen Freiheit gewaltig. Audi geht dabei neue Wege: Dreilagig ist das Verdeck und dick gefüttert – selbst tiefen Minustemperaturen soll der Stoff laut Experten nichts anhaben können. Doch wer macht sich schon beim Kauf eines 34 300 Euro teuren Wagens Gedanken über die Wintertauglichkeit? Exklusivität, Eleganz und sanftes Dahingleiten stehen bei Frischluftfanatikern hoch im Kurs. Und da kommen die beiden Basismotorisierungen gerade recht: 2,4 und 3 Liter starke V6-Motoren treiben das A4-Cabriolet an.

Genügend Kraft, um bei Bedarf die Muskeln spielen zu lassen. Vor allem der Dreiliter-Ottomotor bietet mit seinen 162 kW/220 PS genügend Kraftreserven, um bei Bedarf mal ordentlich Gas zu geben. Bei 243 km/h hört der Vortrieb auf – in 7,8 Sekunden beschleunigt der Wagen aus dem Stand auf 100 km/h. Doch die Fahrleistungen stehen bei Cabriofahrern eher im Hintergrund – da jucken auch die vergleichsweise günstigen knapp zehn Liter Superbleifrei pro 100 Kilometer wenig. Wer ein echter Sparfuchs ist, der sollte auf den 2,5 V6 TDI zurückgreifen. Jeder fünfte Cabrio-Käufer entschied sich beim 72 000 mal verkauften Vorgänger für die Dieselvariante.

Wer die Hürde des hohen Einstiegspreises genommen hat, dem bietet Audi eine gute Serienausstattung: Das elektrohydraulische Verdeck gehört ebenso dazu wie die Komfort-Klimaautomatik, 16 Zoll-Aluräder, elektrische Fensterheber rundum, Fahrstabilitätsprogramm ESP oder die Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung. Der Clou hierbei ist: Das Handschuhfach wird gleichzeitig mit angeschlossen, so dass man getrost auch schon mal kleinere Wertgegenstände im Auto lassen kann. Ebenso wird die Cola-Dose samt Schokolade im Handschuhfach dank Klimaanlage kühl gehalten.

Alexander Stärk

Februar 2002

[Start] [Kontakt] [Pkw] [Audi] [BMW] [Ford] [Hyundai] [Land Rover] [Maserati] [MG Rover] [Opel] [Porsche] [Skoda] [Reise] [Neuigkeiten] [Reifen]